Ihre
Suche

    10.04.2026

    Senkung des Körperschaftsteuersatzes


    Mit Beschluss des Bundesrats am 11.07.2025 und Veröffentlichung des Gesetzes am 18.07.2025, ist am 19.07.2025 das sog. Gesetz für ein steuerliches Investitions-Sofortprogramm in Kraft getreten.

    Zusätzlich zu weiteren Gesetzesänderungen, wie z.B. der Wiedereinführung einer steuerlich anerkannten degressiven Abschreibung für bestimmte Wirtschaftsgüter, wurde eine schrittweise Absenkung des KSt-Satzes von derzeit 15% auf 10% in fünf gleichen Schritten um jeweils einen Prozentpunkt beschlossen. Diese beginnt ab dem 01.01.2028. 

    1. Auswirkungen auf latente Steuern

    Neben Auswirkungen auf die laufenden Steuern wirkt sich die Steuersatzänderung insbesondere auf latente Steuern aus. Denn bei der Berechnung von latenten Steuern ist der Steuersatz anzuwenden, der zum Zeitpunkt der Umkehr oder Auflösung der Steuerlatenz gilt. Dazu ist es erforderlich zu ermitteln, zu welchem Zeitpunkt die tatsächliche Umkehr der Steuerlatenz erfolgt. Besonders kompliziert ist dies, wenn sich zunächst bei einer Position latente Steuern aufbauen und erst über die Zeit abgebaut werden. Dies kann z.B. der Fall sein, wenn handelsrechtlich ein Wirtschaftsgut linear abgeschrieben wird, während steuerlich die nunmehr wieder mögliche degressive Abschreibung angewendet wird. Es gibt verschiedene Wege, wie in solchen Fällen zu verfahren ist. Allen gemeinsam ist, dass eine Gewichtung des jeweiligen anzusetzenden Steuersatzes zu erfolgen hat. 

    Das bedeutet, dass bereits bestehende sowie alle zukünftigen latenten Steuern überprüft und gegebenenfalls neu bewertet werden müssen. 

    2. Herausforderungen für die Praxis

    Es können sich materielle bilanzielle Auswirkungen ergeben, da diese Neubewertung zu Veränderungen bei den Aufwendungen und Erträgen durch latente Steuern führen kann. Relevante Anwendungsbereiche können sein:

    • Steuerliche Zins- und Verlustvorträge;
    • Langfristige Abschreibungsperioden sowie degressive Abschreibungen;
    • Einmaleffekt.

    Um die Auswirkungen auf die jeweilige Steuerlatenz zu identifizieren, braucht es häufig eine detaillierte Prognose der Umkehrungszeiträume, eine periodenspezifische Zuordnung der temporären Differenzen sowie komplexe Bewertungsmodelle, um die gestaffelte Steuersatzsenkung korrekt abzubilden.

    Da all dies einen erheblichen administrativen Mehraufwand bedeuten kann, ist eine zeitnahe Überprüfung der latenten Steuerpositionen geboten, um die Veränderungen in den eigenen HGB- und IFRS-Abschlüssen zu identifizieren und korrekt abbilden zu können.

    Dr. Marion Frotscher
    Dominik Eichel

    Steuerlich absichern statt draufzahlen: Was das neue BFH-Urteil für Unternehmensfinanzierungen bedeutet
    Der BFH hat mit seinem Urteil vom 1.4.2026 (I R 11/24) über die Abzugsfähigkeit…
    Weiterlesen
    Einnahmen von Profispielern als Markenbotschafter nicht gewerbesteuerpflichtig
    Zahlreiche Sportartikelhersteller schließen mit vielversprechenden…
    Weiterlesen
    ADVANT Beiten berät Ningbo Cixing beim Erwerb ausgewählter Vermögenswerte der STOLL-Marke von KARL MAYER
    Berlin, 25. Juni 2026 – Die internationale Wirtschaftskanzlei ADVANT Beiten hat…
    Weiterlesen
    Best Lawyers Germany 2027: 70 Anwältinnen und Anwälte von ADVANT Beiten ausgezeichnet
    ADVANT Beiten ist in den aktuellen Best Lawyers Germany-Rankings erneut…
    Weiterlesen
    ADVANT Beiten begleitet Island Green Capital bei Beteiligung an Isar Aerospace
    Berlin, 12. Juni 2026 – Die internationale Wirtschaftskanzlei ADVANT Beiten hat…
    Weiterlesen
    DBA Niederlande: Änderungen ab 01.01.2026 bei unselbstständiger Tätigkeit und Dividenden
    Seit dem 01. Januar 2026 ist das neue Doppelbesteuerungsabkommen zwischen…
    Weiterlesen
    BFH: Variable Kaufpreisanteile – Veräußerungsgewinn oder Arbeitslohn?
    Bei Unternehmensverkäufen wird der Kaufpreis häufig in Teilen von bestimmten…
    Weiterlesen
    Überlegungen zur gewerblichen Aufwärtsabfärbung ohne Gewerbesteuerpflicht
    Beteiligt sich eine vermögensverwaltende Personengesellschaft an einer…
    Weiterlesen
    Ablösezahlungen im Profisport – Steuerliche Behandlung eines an den Spieler gezahlten Handgelds
    Mit Urteil vom 03.03.2026 (Aktenzeichen IX R 33/23) hat der Bundesfinanzhof…
    Weiterlesen