Ihre
Suche

    07.11.2019

    Update: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben - Koalition verschiebt Grunderwerbsteuerreform bei Share Deals


    Die Regierungskoalition hat das Gesetzgebungsverfahren zur Eindämmung von Share Deals bei der Grunderwerbsteuer nicht wie geplant abgeschlossen.

     

    In der Konsequenz werden die Neuregelungen auch nicht am 1. Januar 2020 in Kraft treten. Die Koalition hat sich zum Ziel gesetzt, das Gesetzgebungsverfahren nunmehr im ersten Halbjahr 2020 zum Abschluss zu bringen.

     

    Nach Mitteilung der finanzpolitischen Sprecher bestehe ein Prüfungsbedarf des von der Bundesregierung am 31. Juli 2019 vorgelegten Gesetzesentwurfs zur Änderungen des Grunderwerbsteuergesetzes. Damit reagiert die Koalition auf die unter anderem im Rahmen der öffentlichen Anhörung des Finanzausschusses des Bundestages am 14. Oktober 2019 geäußerte Kritik an dem Gesetzesentwurf.

     

    Unter Auswertung der geäußerten Kritik sollen nun wirkungsvolle Regelungen geschaffen werden, um das im Koalitionsvertrag vereinbarte Ziel, nämlich die Eindämmung missbräuchlicher Steuergestaltungen in der Grunderwerbsteuer im Bereich hochpreisiger Immobilientransaktionen durch Anteilsübertragungen an Gesellschaften mit Grundbesitz, zu erreichen. Grundlage soll weiterhin der Gesetzesentwurf der Bundesregierung sein.

     

    Inwieweit die Koalition die Kritik umsetzten wird und wie die Regelungen konkret ausgestaltet werden, ist bislang nicht bekannt.

     

    Auch stellt sich weiter die Frage, inwieweit durch die geplanten Gesetzesänderungen die Umgehung von Grunderwerbsteuer im Bereich von Immobilientransaktionen tatsächlich verhindert werden kann und die Regelungen vor dem Hintergrund sich herausgebildeter alternativer Transaktionsstrukturen erweitert werden.

     

    So hat sich mit den sogenannten Unit Deals eine alternative Struktur herausgebildet, die auch nach den geplanten Gesetzesänderungen Immobilientransaktionen steuerfrei ermöglicht. Bei dieser Transaktionsstruktur wird die Immobilie in einem Fonds gehalten, welcher von einer Kapitalverwaltungsgesellschaft verwaltet wird und die Fondsanteile schließlich übertragen. Dadurch, dass nicht die Anteilseigner sondern der die Anteile verwaltende Treuhänder als Eigentümer angesehen wird, fehlt es bei einer Übertragung der Fondsanteile an der für eine Verwirklichung des Grunderwerbsteuertatbestandes erforderlichen Änderung der zivilrechtlichen Eigentumsverhältnisse. Sofern die Immobilie im vertraglichen Sondervermögen gehalten wird, wird durch diesen Vorgang keine Grunderwerbsteuer ausgelöst.

     

    Über die weiteren Entwicklungen halten wir Sie selbstverständlich auf dem Laufenden.

     

    Vertiefend zu diesem Thema finden Sie hier unsere Blogbeiträge:

     

     

    Fragen dazu beantworten Ihnen Volker Szpak und Chiara Stubenrauch gerne.

     

    Kein Provisionsanspruch des Wohnungsverwalters gegen den Vermieter bei erfolgreicher Neuvermietung einer Wohnung: Der BGH setzt klare Grenzen
    In der Praxis der Immobilienverwaltung ist es weit verbreitet:…
    Weiterlesen
    Steuerlich absichern statt draufzahlen: Was das neue BFH-Urteil für Unternehmensfinanzierungen bedeutet
    Der BFH hat mit seinem Urteil vom 1.4.2026 (I R 11/24) über die Abzugsfähigkeit…
    Weiterlesen
    Einnahmen von Profispielern als Markenbotschafter nicht gewerbesteuerpflichtig
    Zahlreiche Sportartikelhersteller schließen mit vielversprechenden…
    Weiterlesen
    ADVANT Beiten berät Ningbo Cixing beim Erwerb ausgewählter Vermögenswerte der STOLL-Marke von KARL MAYER
    Berlin, 25. Juni 2026 – Die internationale Wirtschaftskanzlei ADVANT Beiten hat…
    Weiterlesen
    Best Lawyers Germany 2027: 70 Anwältinnen und Anwälte von ADVANT Beiten ausgezeichnet
    ADVANT Beiten ist in den aktuellen Best Lawyers Germany-Rankings erneut…
    Weiterlesen
    Vergesellschaftungsgesetz Berlin: Risiken und Perspektiven für Unternehmen
    Das Vergesellschaftungsgesetz der Initiative "Deutsche Wohnen & Co. enteignen"…
    Weiterlesen
    ADVANT Beiten begleitet Island Green Capital bei Beteiligung an Isar Aerospace
    Berlin, 12. Juni 2026 – Die internationale Wirtschaftskanzlei ADVANT Beiten hat…
    Weiterlesen
    DBA Niederlande: Änderungen ab 01.01.2026 bei unselbstständiger Tätigkeit und Dividenden
    Seit dem 01. Januar 2026 ist das neue Doppelbesteuerungsabkommen zwischen…
    Weiterlesen
    BFH: Variable Kaufpreisanteile – Veräußerungsgewinn oder Arbeitslohn?
    Bei Unternehmensverkäufen wird der Kaufpreis häufig in Teilen von bestimmten…
    Weiterlesen