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    07.05.2026

    Newsletter Corporate/ Commercial/M&A Mai 2026


    Liebe Freundinnen und Freunde von ADVANT, sehr geehrte Damen und Herren,

    wenn über internationale Märkte gesprochen wird, stehen die USA und China im Mittelpunkt. Sie dominieren die Schlagzeilen – und oft auch die strategischen Diskussionen. Dabei gerät leicht aus dem Blick, dass der Anteil der Exporte in die USA nur bei rund 9% liegt (mit geschätzten Rückgängen um 7 % bis 9 % in 2025), der Anteil der Exporte nach China bei rund 5 % (minus 10 % bis 12 % in 2025). Anders ausgedrückt: Rund 85 % der deutschen Exporte gehen in andere Märkte. Der Schwerpunkt liegt – wenig überraschend, oft unterschätzt – in Europa selbst: Nach aktuellen Schätzungen lag der Anteil der deutschen Warenexporte in EWR‑Länder 2025 bei rund 56–59 % des deutschen Gesamtexports.

    Außerhalb Europas entstehen neue Chancen: Am 1. Mai ist das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Mercosur vorläufig in Kraft getreten. Die wichtigsten Zollsenkungen und Marktzugänge werden umgesetzt, auch wenn die vollständige Ratifizierung noch nicht abgeschlossen ist. Über 90 % der Zölle im Warenverkehr werden schrittweise abgeschafft (teilweise sofort, teils über bis zu 10–15 Jahre). Davon profitieren in erster Linie europäische Hersteller aus den Bereichen Autos & Autoteile, Maschinenbau, Chemie, Pharma, bestimmte Agrar- und Lebensmittel. Bereits im Januar wurde ein weiteres Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien vereinbart; die Umsetzung läuft und dürfte bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Indien zählt zu den wachstumsstärksten Zielmärkten einer europäischen Freihandelsoffensive und Deutschland gehört zu den Hauptprofiteuren, da viele seiner Kernbranchen bislang mit sehr hohen indischen Zöllen und Markteintrittsbarrieren konfrontiert waren. Mit rund 720 Mio. Menschen (Mercosur) bzw. rund 2 Mrd. Menschen (EU/Indien) entstehen damit die größten Freihandelszonen weltweit.

    Unser Blick auf Europa ist ziemlich kritisch: zu langsam, zu reguliert, international im Hintertreffen. Eine von ADVANT initiierte aktuelle Studie (Hier klicken, um „Europe’s Opportunity Outlook“ zu lesen) relativiert dieses Bild: Die große Mehrheit der von uns befragten 800 Unternehmensjuristen aus den USA, Frankreich, Italien und Deutschland betrachtet Europa (wieder) als strategischen Wachstumsraum. 82 % der befragten Unternehmensjuristen halten Europa für attraktiv für Investitionen und haben ihre Prioritäten zuletzt bewusst stärker auf Europa verlagert. Das gilt nicht nur für die befragten Deutschen, Franzosen und Italiener, sondern – mehr noch – für die Unternehmensvertreter aus den USA. Europa wird als stabil und berechenbar wahrgenommen: 84 % der befragten Unternehmensjuristen bewerten das europäische Rechtssystem als zuverlässig und stabil. Gerade in unsicheren Zeiten ist das ein echter Standortvorteil. Während geopolitische Spannungen zunehmen, gewinnt ein berechenbares Umfeld an Bedeutung – nicht nur für Großkonzerne, sondern auch für mittelständische Unternehmen. 83 % der Unternehmen planen, ihre Aktivitäten innerhalb Europas weiter auszubauen, viele sogar in neue europäische Märkte. Das passt zu dem, was wir in der Praxis sehen.

    Fazit: Europa bleibt ein zentraler, stabiler und wachsender Markt. USA und China bleiben – mit rückläufiger Tendenz – unsere wichtigsten außereuropäischen Märkte. Gleichzeitig eröffnen neue Handelsabkommen zusätzliche Perspektiven in anderen Regionen.

    Eine breitere internationale Aufstellung zahlt sich aus. Dabei würden wir Sie gerne begleiten. Denn genau dafür pflegen wir enge Verbindungen mit befreundeten Kanzleien in aller Welt – in allen europäischen Jurisdiktionen, den USA, China (mit eigenem Büro in Peking), den Mercosur-Ländern, Indien and beyond.

    Wir freuen uns auf die (weitere) Zusammenarbeit und wünschen Ihnen einstweilen einen schönen Frühsommer in diesen herausfordernden Zeiten.

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    Viele Grüße

    Ihr Team Corporate/Commercial/M&A von
    ADVANT Beiten